Kay von Merey

 Die Zeit in Cuenca war für mich eine unglaubliche, bereichernde und lebensverändernde Zeit. Sofort würde ich in die hübsche kleine Stadt zurückkehren, um dort wieder in der Fundacion Avanzar arbeiten zu können.

 

Ehrlich gesagt war ich sehr nervös, bevor die grosse Reise losging. Es war das erste Mal, dass ich ganz alleine in ein fremdes Land reiste. In ein Land in dem ich niemanden kannte und die Sprache nicht verstand. Am 28. April 2016 war es soweit. Ich stieg in den Flieger in Richtung Ecuador. Es stellte sich heraus, dass die Entscheidung, dahin zu gehen, eines der besten Entscheidungen meines Lebens war.

 

Ich wohnte in einem wunderschönen, kleinen Studio im Zentrum Cuencas. Die Familie von Juan Heredia, welcher der Bruder von Margarita ist, waren meine Nachbaren. Dank Ihnen fühlte ich mich von Anfang an sehr wohl, da sie mich herzlich empfingen und mir ein Gefühl von Geborgenheit vermittelten.

 

Am ersten Tag ging ich Cuenca entdecken und verliebte mich gleich von dem ersten Moment an, in die kleine, charmante und einzigartige Stadt. Die Gebäude mit ihren faszinierenden Fassaden, die sympathischen und hilfsbereiten Leute und die vier Flüsse, welche der Stadt eine gewisse Ruhe verleihen, machen Cuenca zu etwas ganz Besonderem.

 

Als ich an meinem ersten Tag im Krankenhaus ankam empfingen mich Sofia, Fiona und Damaris mit offenen Armen. Die 3 schienen so lieb und herzlich, dass ich von Anfang an wusste, dass meine Zeit in Cuenca eine gute Zeit sein wird. Sofort fühlte ich mich aufgenommen.

 

Als ich im Krankenhaus herumlief wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich die nächsten 6 Wochen hier sein werde und in diesem Krankenaus arbeiten werde. Das Krankenhaus entsprach nicht einem Krankenhaus in der Schweiz, womit ich natürlich auch gerechnet hatte. Sofia erklärte mir geduldig was ich zu tun hatte. Ich sollte in die Zimmer der Kinder gehen und fragen, ob die Kinder Spielsachen ausleihen wollten. Da ich noch kein Wort Spanisch sprach, schrieb mir Sofia genau auf was ich zu sagen hatte und wir übten es ein paar Mal, bis ich auch jedes Wort richtig aussprach. Dies klappte gut, solange niemand eine weitere Frage hatte oder sonst etwas von mir wollte hahaJ

 

Am zweiten Tag ging ich nach der Arbeit im Krankenhaus am Morgen, am Nachmittag ich in die Spanisch Schule. Ich hatte Stunden bei Paula. Niemals hätte ich gedacht, dass ich einen Menschen auf der anderen Seite der Welt finden würde, der mir in so kurzer Zeit so nahestehen könnte. Paula und ich hatten solch einen ähnlichen Humor, und verstanden uns so gut, dass sich die Stunden nicht wie Schule anfühlten. Es war, wie wenn ich jeden Nachmittag eine gute Freundin treffen würde und dabei noch etwas lernte.

 

So pendelte sich mein Alltag ein und ich begann in Cuenca zu leben. Es fiel mir immer einfacher im Krankenhaus, da ich mich von Zeit zu Zeit auch wirklich mit den Kindern verständigen und so natürlich besser mit ihnen spielen konnte. Da ich am Morgen im Krankenhaus arbeitete lernte ich Mercedes, eine reizende, ältere Frau kennen, die sich um mich sorgte, als wäre ich ihr Patenkind. Die Arbeit im Krankenhaus selbst bereitete mir grosse Freude. Ich habe schon immer gerne mit Kindern gespielt, doch in diesem Krankenhaus war es nicht bloss ein Spielen, es war ein Helfen, was mich sehr glücklich machte. Ich bekam mit, wie schlimm es im Krankenhaus zu und hergehen kann und was für traurige Schicksale es auf der Welt gibt. Es wird einem so bewusst, was wir in der Schweiz für ein unglaubliches Privileg haben. Man sollte sich einfach nur schon glücklich schätzen, wenn man eine gesunde Familie hat.

 

Ich war unglaublich froh, dass Fiona und Damaris da waren, mit denen ich mich auch auf deutsch austauschen konnte. Dies war – besonders am Anfang, bis ich mich ein wenig an die Arbeit mit kranken Kinder gewöhnt hatte – ein „must“. Die Kinder kamen mir in so kurzer Zeit so unglaublich nahe.

 

Durch Fiona, Damaris, Sofia und Paula lernte ich auch ausserhalb des Krankenhauses viele Leute und das Nachtleben von Cuenca kennen. Die vielen Salsa Stunden, die wir nahmen, brachte uns der Kultur von Ecuador ein wenig näher. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich nicht wusste, was ich unternehmen konnte. Cuenca bietet so unglaublich viel und auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang am Fluss entlang war, erfüllte es mich mit Freude.

 

Es gäbe noch so viel zu erzählen, doch sonst wird der Bericht zu einem kleinen Roman. Zusammengefasst könnte ich sagen, dass ich in Cuenca, die Zeit meines Lebens hatte. Ich denke, ich habe noch nie so viel in 5 Wochen gelernt, wie in Cuenca. Die Menschen in Cuenca haben mein Leben verändert und deshalb weiss ich, dass ich eines Tages zurückkehren werde. Ich möchte und ich muss.

 

 

 

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