Martin Bieri 2020

Ich habe für die Fundación Avanzar einen umfassenden Ausbildungskurs mit dem Titel "Grundlagen in Management & Verkauf" entwickelt, um Unternehmerinnen die grundlegenden Fähigkeiten zur effektiven Führung ihrer Unternehmen zu vermitteln. Der Kurs konzentrierte sich auf Management- und Verkaufsgrundlagen mit dem Ziel, eine solidere Grundlage für Umsatzwachstum zu schaffen. Die im Kurs behandelten Themen reichten von Selbst- und Zeit-management über Planung/Organisation bis hin zu Zielsetzung und persönlichen Kommunika-tionsfähigkeiten für Verkaufsverhandlungen und Akquisition. Die Unternehmerinnen erhielten praktische Werkzeuge an die Hand, mit denen sie ihre Unternehmen erfolgreich weiter steuern konnten. 

Am Samstag den 11. Januar 2020 fand der erste von 5 Workshops statt. Im Zentrum meiner didaktischen Durchführung stand das Gemeinsame; also die Zusammenarbeit, der rege Aus- tausch unter den Teilnehmerinnen, sharing best practices. Es wechselten sich Theorieinput, Zweiergespräche, Gruppenarbeiten sowie Ergebnispräsentationen im Plenum ab. Den Ab- schluss des Präsenzunterrichts machten fünf ‚case studies‘, welche sich mit zukunftsbezogenen Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährung und Gesundheit beschäftigten. Die jeweils fünf Gruppen hatten eine Woche Zeit, die Ergebnisse zu entwickeln und für die Projektpräsentation am Schlusstag vorzubereiten. Und da zeigte sich, wie eine gemeinsame Aufgabenstellung zusam- menschweisst, Zusammenarbeit fördert und ein grossartiges Lernerlebnis mit Praxistransfer für alle Beteiligten darstellt. Wirklich eindrücklich war die Detailtiefe der einzelnen Projekte, wel- che Erkenntnisse entwickelt wurden und welcher Praxistransfer abgeleitet und präsentiert wurde. Gemeinsam eben. Gemeinsam wissen wir mehr - das Motto des Kurses.

Schon früh wurde mir klar, dass Workshops eine gute Basis für die Geschäftsentwicklung generell darstellen, jedoch die individuelle Situation der einzelnen Unternehmerinnen nur bedingt berücksichtigen. Also habe ich mich entschlossen, zusätzlich noch 1:1 Beratung anzubieten.

Jede der besuchten Unternehmerinnen erhielt einen von mir verfassten schriftlichen Bericht, und wenn nachgefragt, einen weiteren 1:1 Termin für die mündliche Erklärung. Die Resonanz war gross, die Annahme und Umsetzung meiner Empfehlungen erstaunlich, nicht zuletzt wohl auch deshalb, dass ich meine Empfehlungen für die Weiterentwicklung des jeweiligen Geschäfts auf machbare, unmittelbar greifbare Ergebnisse hin ausgerichtet habe. In den meisten Fällen handelte es sich um Kundenorientierung, die Erweiterung der Kundenbasis, die Qualität der Produkte/Dienstleistungen, die Vermarktung derer, After Sales Management oder die kontinuierliche Digitalisierung des Angebots.

Ein fröhliches gemeinsames, von den Frauen individuell zubereitetes Mittagessen rundete die Workshop-Serie ab. Wir alle belohnten uns für fünf Wochen intensive Arbeit. Ein wahres Fest, mit vielen Danksagungen, grösster Wertschätzung für das Geleistete und einem Stimmengewirr, wie es nur in Südamerika vorkommt! Die Überreichung des Zertifikates sowie ein Gruppenfoto machten dann den Abschluss. Und man konnte sehen, wie stolz die Frauen ihre Urkunden in Empfang nahmen.

Ich glaube, dass 80% der Frauen durch diese Intervention ihr Geschäft auf neue, stärkere Beine gestellt haben, sei es durch mehr Qualität, Effektivität oder vor allem Visibilität ihres Tuns. Der Zeitaufwand war sehr gross, musste ich mich doch in jeden Fall eindenken und in kürzester Zeit Ergebnisse liefern. Die jeweiligen Begegnungen, Gespräche und das Ringen um optimale Lösungen entschädigten mich jedoch dafür vollends.

Mein Engagement für diese Unternehmerinnen hat mir gezeigt, dass es von unglaublichem Wert ist, wenn Fundación Avanzar dieser Art von Unterstützung auch in Zukunft viel Beachtung schenkt. Indem Frauen zu selbständigen, mutigen Unternehmerinnen mit einem gut gefüllten Rucksack an Fähigkeiten ausgebildet werden, erfährt Fundación Avanzar ein bestärktes Image und Reputation für die ‚Frauen-Liga‘ in Cuenca, und gewinnt noch mehr Visibilität für ‚social entrepreneurship‘.

Der gesamte Prozess war meiner Meinung nach ein grosser Erfolg. Aus dieser Art von Entwicklung haben sowohl die einzelnen Unternehmerinnen als auch die Gruppe als Ganzes einen substantiellen Nutzen gezogen. Die erarbeiteten Themen entsprachen dem Bedürfnis der Unternehmerinnen. Die gewählte Form der Wissensvermittlung und -vertiefung fand grossen Anklang, involvierte die Teilnehmerinnen (mit unterschiedlichsten schulischem und sozialem Hintergrund) optimal und liess neue Netzwerke für Kooperation und Austausch entstehen.


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