Noemi Leu

Ich hatte das Glück, von Oktober 2016 bis Februar 2017 in der Ludoteca der Fundacion Avanzar im Hospital VCM arbeiten zu dürfen und viele Erfahrungen zu sammeln. Es ist unbeschreiblich, wie viel ich in dieser Zeit erlebt und gelernt habe; wie viele Menschen mich mit ihrer Freude, Fröhlichkeit, Offenheit, Unkompliziertheit, Weisheit, ihrem Humor und ihren unvorstellbaren Lebensgeschichten bereicherten. Aber auch mit Trauer, Schmerz, Leiden und Perspektivenlosigkeit wurde ich konfrontiert. Vor allem aber habe ich gelernt, dass es nichts Schöneres gibt, als mit Menschen zusammen arbeiten zu können und ihnen in gewissen Fällen sogar - sei es auch nur in einem winzigen Ausmass - zu helfen. Die Momente, in denen Kinder sich über kleine Dinge und winzige Gefallen derart freuten,  dass sie dieses Strahlen in den Augen hatten, so, als sei die Welt wieder in Ordnung, waren unglaublich.

 

Schon früh war es mein Traum, nach dem Gymnasium nach Südamerika zu reisen und dort Freiwilligenarbeit zu leisten, darum wollte ich auch unbedingt nach Cuenca gehen, als ich vom Projekt der Stiftung Avanzar erfuhr.  Ich konnte auch meine Freundin Andrina dafür begeistern; so beschlossen wir, zusammen für 3 Monate nach Cuenca zu gehen und am Schluss dieser Zeit noch ein bisschen im Land herumzureisen. Da es uns aber so gut gefiel und wir uns richtig schön eingelebt hatten, beschlossen wir beide länger zu bleiben und verbrachten schlussendlich gut fünfeinhalb Monate in Ecuador. Ich würde alles nochmals genau gleich machen; es war so schön, zu zweit dort zu sein, und doch hatte jede von uns ihre eigene Gastfamilie und Andrina hatte ihren Freundeskreis aus der Sprachschule, (in der sie 2 Monate unserer Zeit in Cuenca verbrachte) und ich hatte meinen Freundeskreis unter den "Internos" (Medizinstudenten, die im Spital arbeiten). Auch das Reisen am Schluss war eine grossartige Erfahrung; wir konnten so viel vom Land sehen und die Kultur nochmals ein Stück besser verstehen.

 

Ich hatte zudem in allen Belangen grosses Glück in Cuenca; eine tolle Gastfamilie und eine grossartige Arbeit im Spital und viele bereichernde Freundschaften mit Einheimischen. So lebte ich wirklich mit den Leuten von dort und in der ecuadorianischen Kultur und fühlte mich dadurch geborgen und aufgehoben. Mit der Zeit unternahmen wir auch in der Freizeit immer häufiger Dinge mit der "Ludoteca-Gruppe" darunter Melanie, Mercedes, Ageda und den Praktikantinnen Linda, Daisy und Dani, was ich sehr genoss. So tolle Leute machten natürlich auch das gute Arbeitsklima in der Ludoteca aus, und ich denke, das spürten auch die Mütter der kranken Kinder im Spital, welche immer in die Ludoteca zum Häkeln und Reden kamen. Sie fühlten sich offensichtlich dort extrem wohl, geborgen und verstanden. In den Gesprächen mit den Müttern hörte und lernte ich unglaubliche Dinge, bekam Einblicke in ganz andere Leben als die unsrigen und auf diese Weise konnte mich ein Stückweit auch besser in die Kinder einfühlen. Die Arbeit mit ihnen selbst gefiel mir extrem gut, es machte mir riesigen Spass, mit ihnen zu basteln, zu spielen, zu malen, und zu schwatzen. Auch spezielle Anlässe wie Halloween und vor allem Weihnachten waren so schön vorzubereiten, durchzuführen und dann dabei zu sehen, wie die Kinder Freude hatten. Natürlich war es nicht immer nur schön mit den kranken Kindern; oft war es auch schwierig, wenn man mit ihnen fast nichts unternehmen konnte, weil sie zu schwach waren oder es war traurig, wenn ein Kind starb, das man in der Zwischenzeit lieb bekommen hatte. Das gehörte eben auch dazu.

 

Auch wenn es schwierig ist, so viele Erlebnisse und Erfahrungen in einen kurzen Bericht zu packen, hoffe ich, ein bisschen aus meinem Leben in Cuenca während diesen Monaten geteilt haben zu können. Ein riesiges Dankeschön an Margarita Heredia Forster und allgemein an die Stiftung Avanzar, die mir dies ermöglicht hatten - es war eine unglaubliche Zeit, die ich niemals vergessen werde.

 


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